Grüß Gott in Mähring

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Aktuelles:

13.06.18 16:17

Marktgemeinderatssitzung im Juli 2018

Die nächste Marktgemeinderatssitzung findet statt am Montag, den 02.07.2018 ab 19:30 Uhr...


Start Adresse

z.B. berlin kochweg 10
Zieladresse
Markt Mähring
Großkonreuth 24|95695 Mähring

Abb. 1: Steinsäule aus dem Jahre 1776 im heutigen Zustand

Abb. 2: Dankkreuz 1945 - 1960, mit Teilen der Steinsäule. Sockel und Laterne fanden dazu Verwendung

Abb. 3: Fidlhopfs Kreuz. So errichtet 1960: Eisenkreuz und Bet-Taferl vom Dankkreuz mit zwei Steinen aus dem Tirschenreuther Friedhof

Fidlhopfs „Kreuz mit der Säule“
Der Hofbesitzer Johann Rösch, welcher mit seinem zweiten Weibe mehrere Kinder zeugte, entschloss sich zu Gunsten derselben dazu, den Hof zu teilen und baute daher ein neues Haus dortselbst, welches er am 29. Juni 1856 bezog, da sein Sohn Joseph im Begriffe war, das Anwesen zu übernehmen. Dort befindet sich eine Hauskapelle.“

So schreibt Pfarrer Wittmann in seiner „Chronik der Pfarrei Großkonreuth“.

Die Hauskapelle wurde 1957 nach dem Brand des Fildlbauern-Hofs abgerissen. Das wohl älteste religiöse Flurdenkmal des Fiedlhof steht aber noch heute und kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Gemeint ist die Steinsäule ganz in der Nähe dees Baus, in den Johann Rösch damals einzog. Seit 1776 stand sie schon da, wie die Jahreszahl auf dem Flurmal verrät. Bis jetzt hat die Granitsäule, welche die Form der so genannten Stiftlandsäulen aufweist, seinen Standort am Steinhölzl. Bis zum Bau des neuen Hofes befand sie sich jedoch 50 m nördlicher am Waldrand. Wegen des neuen Gebäudes musste etwas Wald abgeholt und der Stadtsteig mit der angrenzenden Säule versetzt werden.

Steinsäule (s. Abb. 1)

Dieses 3,60 m hohe, schnörkellose Flurdenkmal weist nur in der Schauseite der 34 cm hohen Laterne ein einfaches Reliefkreuz auf. Auch mit der Inschrift hielt man es sehr sparsam. In barocker Art verrät sie in einer Kartusche im Sockel das Errichtungsjahr und die Initialen des vermutlichen Stifters Adam Rösch. Das jedenfalls glaubt der ehemalige Besitzer Andreas Schmeller (*1928).

Der Säule wurde ein eisernes Wetterkreuz von 45 cm Höhe aufgesetzt. Eigenartig sind die im Dreieck angeordneten Löcher im Schaft. Andreas Schmeller erzählt, dass die Fläche vor dem Denkmal zur Zeit seiner Kindheit als Kuhweide genutzt wurde. Als sich einmal ein Rindvieh an der Säule setzte, stürzte die Säule um und zerfiel in seine Einzelteile. So lag sie nun, bis der Cousin Hans Schmeller 1945 das Flurmal nach seinen Vorstellungen neu errichtete.

D
ankkreuz (s. Abb. 2)

E
r baute unter Verwendung von zwei Teilen der umgestürzten Säule ein Kreuz, das aber in seiner Form nur 15 Jahre existieren durfte. Der Ausnehmbauer weiß folgendes über die Entstehung dieses Flurdenkmals zu berichten: „Nachdem mein Cousin 1945 unversehrt aus dem 2. Weltkrieg aus Russland heimgekehrt war, wollte er zum Dank dafür ein Kreuz aufstellen. Weil doch unsere Säule schon an die zehn Jahre in ihren Eintelteilen da lag, wollte er daraus sein Dankkreuz errichten. Der Kreuzaufsatz war nicht mehr vorhanden, also hat er sich selbst ein Kreuz aus Eisen geschmiedet. Weil ihm der Schaft der Säule (1,36 m) zu hoch für sein Vorhaben erschien, ließ er ihn weg und baute nur aus dem Sockel und der Laterne der Säule mit dem neuen Eisenkreuz sein Dankkreuz. An den Sockel wurde das Bet-Taferl befestigt.“

D
as Flurdenkmal hatte nun das Aussehen einer Säule mit Kreuz. Aber es sollte bald zu einem „Kreuz mit der Säule“ werden.

Im Jahre 1960, vierzehn Jahre nach seiner Errichtung beanstandete das Landesamt für Denkmalschutz den Zustand des Flurmales. Es sollte wieder in den Originalzustand versetzt werden. Aus Veranlassung des Landratsamtes Tirschenreuth wurde es anschließend von Baumeister Wilhelm Bäuml aus Griesbach mit zwei Arbeitern in die ursprüngliche Form der Säule gebracht.

Fidlhopfs Kreuz (s. Abb. 3)

Bet-Taferl und Eisenkreuz waren jetzt übrig. Also besorgte sich Hans Schmeller kurzerhand zwei Steine aus dem Friedhof von Tirschenreuth und baute die nun vier Teile zu einem neuen Feldkreuz zusammen. Zuvor haute er die Ecken des Sockels in „Schulterform“, um dem Denkmal eine rundere, harmonische Form zu verleihen. Man ließ die Inschriften so wie sie waren, auch wenn die Jahreszahl jetzt nicht mehr zum neuen Kreuz passte.

Dieses ungewöhnliche, 1,90 m hohe Kreuz steht am Dippersreuther Stadtsteig nach Tirschenreuth, 200 m westlicher als Fiedlhopfs Säule, in Richtung Matzersreuth an der Paintwiese. Mit ihren vier Teilen wirkt sie auf manchen Betrachter nicht wie eine Einheit. Aber das hat seine bekannte Vorgeschichte. Das eiserne Kreuz weist ein Giebeldach, eine Rückwand und eine Tafel unter den Füßen des Gekreuzigten auf, die den Namen des Stifters und sein eigentliches Errichtungsjahr als Dankkreuz verrät:

Errichtet/zur/Ehre Gottes/von/Hans Schmeller/24.6.1945

Tatsächlich bittet das Kreuz in dieser Forma aber erst seit 1960 den Vorbeigehenden auf seinem federnden Bet-Taferl: Bete für die armen Seelen.

Und das konnte das Kreuz die ganzen Jahre über unbehelligt tun.

Anders erging es der Steinsäule. Sie hatte nur dreißig Jahre Ruhe bis Sturm „Wiebke“ unter Mithilfe eines umstürzenden Baumes das Denkmal am 1. März 1990 erneut umwarf.

Vor wenigen Jahren errichtete der Besitzer Markus Schmeller die alte Säule mit ihren sieben Teilen bisher zum letzten Male. Nun sitzt die Kugel etwas schief und mag dadurch an den nach rechts geneigten Kopf des Gekreuzigten erinnern.

Die Familie Schmeller bewirtschaftet nun in der vierten Generation den Hof. Der Urgroßvater des heutigen Besitzers Markus entstammt einer Familie aus Griesbach, der auch Tirschenreuths berühmter Sohn Johann Andreas Schmeller angehörte. Deren Hausname war Hopf, weshalb sich der Hausname Fidlbauer auch in Fidlhopf wandelte.

Verfasser: Raimund Keis

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