Markt Mähring  | Dienstag, 16. Januar 2018
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Die Lage

Lohhäuser lag im Westen von Böhmen am Rand des Egerlandes und am nördlichen Ausläufer des Böhmerwaldes, direkt an der heute tschechisch-bayerischen Grenze. Das Dorf gehörte zum Landkreis Marienbad, früher zur Grundherrschaft Tachau (Fürst Windisch-Grätz), zur Pfarrgemeinde nach Dreihacken und zum Gerichtsbezirk nach Bad Königswart.

Ein mit Buchen durchsetzter Nadelwald umschloss hufeisenförmig den rund 700 m hoch gelegenen Ort. Zwischen dem quarzreichen Glimmerschieferberg "Tillen" (939m) im Nordwesten und dem nach Osten hin ansteigenden "Pleßbühl" (731 m) öffnete sich am Südwesthang der "Ruh" (783 m) der Talkessel des Planlohbachs zur böhmisch-bayerischen Grenze. Hier standen die Häuser und lebten die Menschen bis 1946. In die nordöstlich gelegene Kreisstadt Marienbad waren es etwa 13 km, knapp 3 km ins bayerische Mähring hinter der Staatsgrenze im Süden. "Slatina" (Moor, Sumpf) lautet die Flurbezeichnung heute. "Poušt" bezeichnet eine "Wüstung", einen verlassenen und wüst gewordenen Ort.

Der Planlohbach, auch als Lochbach, Planbruckbach oder Lohbach bezeichnet, entspringt am Südosthang des Tillenberges, schlängelt sich aus dem Wald durch die ehemaligen Wiesen des unteren Ortsteils in Richtung Süden. Das Wasser des Lohbachs nutzten noch zwei Mühlen: die obere Mühle, um Strom zu erzeugen und die untere Mühle unmittelbar an der Grenze, um Getreide zu mahlen. Heute ist der Bach vor der Brücke zu einem Teich aufgestaut. Sein grau-bräunlich wirkendes Wasser trägt Reste von Moor und Sumpf. In der Nachkriegszeit war der Lohbach durch den nahegelegenen Uranabbau bis 1989 vermutlich belastet. Der kleine Bach plätschert weiter über die tschechisch-bayerische Grenze nach Mähring und fließt hinter Treppenstein wieder nach Böhmen zurück. Bergbauarchive sowie Sagen und Legenden lassen darauf schließen, dass im Mittelalter Menschen am böhmischen Lohbach siedelten, als das Flurstück "Goldschachterl" noch eine Goldgrube war – lange bevor es Lohhäuser gab.

"Ob man vom Tillen, von Grafengrün, von Dreihacken oder aus Bayern von Mähring her kam, überall bot sich ein gleich schöner Anblick des stillen, romantischen Walddörfleins Lohhäuser mit seinen 29 Hausnummern, unmittelbar an der bayerisch-tschechischen Grenze", schwärmte 1953 Lehrer Georg Mühlbauer in seinen Erinnerungen. Er hatte dreißig Jahre lang als Lehrer und Schulleiter in Lohhäuser unterrichtet.

Dass die Lage des Dorfes und der leichte nach Südwesten geneigte Hang bis in die Gegenwart Tschechen und Deutsche beeindrucken, belegen Einträge in einem Buch, das im überdachten Rastplatz ausliegt, der 2005 im ehemals oberen Ortsteil errichtet wurde (siehe unter "Relief und Rastplatz").

Kartenausschnitt 2001