Grüß Gott in Mähring

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Aktuelles:

17.12.17 15:37

Marktgemeinderatssitzung im Januar 2018

Die nächste Marktgemeinderatssitzung findet statt am Montag, den 22.01.2018 ab 19:30 Uhr...


Start Adresse

z.B. berlin kochweg 10
Zieladresse
Markt Mähring
Großkonreuth 24|95695 Mähring

Flur- und Wegekreuze

Beim Treffen im Sommer 2006 in Mähring lagen sechzig Jahre zurück, seit die Bewohner als Deutsche das kleine Walddorf Lohhäuser verlassen und seinem Untergang preisgeben mussten. Welche Gedanken und Gefühle die noch lebenden Zeitzeugen mit diesem Ereignis verbinden, lässt sich mit wenigen Worten nicht wiedergeben. Wehmut überkam bisweilen die Stimmung, die familiären Wurzeln und den einstigen Boden der Kindheit persönlich schuldlos verloren zu haben. Aber auch ein Gefühl war zu spüren, sich im inneren Frieden aus dieser Vergangenheit zu lösen. Altersbedingt nähert sich der eigene Abschied. Dahinter steht die Gewissheit, dass Lohhäuser durch die Patenschaft historisch mit Mähring verankert bleibt.

Doch auch die tschechische Seite erinnert an die Geschichte des ehemaligen Dorfes, nicht nur am Rastplatz.

Zdenek Buchtele aus Groß Sichdichfür (Velka Hledsebe), der mit Ing. Richard Švandrlik aus Marienbad die Flur- und Wegekreuze in dieser Region kartierte, restaurierte bzw. errichtete aus eigener Initiative vier Flur- und Wegekreuze in Lohhäuser: das Lanzendörfer-Kreuz, das Leichenbretter-Kreuz, das Merker-Kreuz und den Schwarzen Herrgott. Er konnte aus dem Lohhäuser-Spendentopf und privat unterstützt werden.

Lanzendörfer-Kreuz

Das von den Mühlenbesitzern Kaspar und Barbara Lanzendörfer 1968 errichtete Kreuz lag 1990 zerstört neben den Ruinenresten der Mühle.

Sechzehn Jahre später stand es wieder an seinem alten Platz.

Leichenbretter-Kreuz

In früheren Zeiten war es allgemein üblich, die Toten im Haus aufzubahren. Zu diesem Brauch gehörte es auch in Lohhäuser, ein Brett auf den Strohsack zu legen, ein Bettlaken darüber zu breiten und den Toten oder die Tote nach dem Waschen und Anziehen darauf zu legen. Der Leichnam wurde bekreuzigt und mit Myrtensträußchen besprengt, die man in Weihwasser tauchte. Nach dem Begräbnis schrieb man Name, Geburts- und Sterbedaten auf das Brett und stellte es neben dem heutigen Kriegerdenkmal an den Straßenrand zu den anderen "Leichbrettern". Den Standort markierte ein Kreuz auf einem langstieligen gedrehten Eisenstab.


Lehrer Georg Mühlbauer hatte den Standort der Leichenbretter noch in den Ortsplan eingezeichnet.

Merker-Kreuz

"Zur dankbaren Erinnerung einer besonderen Hilfe Gottes", hatten der ehemals hochfürstliche Reitjägerer in Lohhäuser, Josef Merker und seine Frau Anna, 1881 an der Waldspitze der Reitschule, in Höhe des Forsthauses, ein Kreuz errichten lassen.

1990 wurde es zwischen den Bäumen entdeckt: der Sockel verwittert, das Kreuz fehlte. Walter Merker auf Fürth ließ das von seinem Urgroßvater errichtete Kreuz durch Zdenek Buchtele auf eigene Rechnung restaurieren.

Aus gekränkter Eitelkeit hatte Fürsten Alfred II zu Windisch-Grätz den Sohn von Josef und Anna, den Forsteleven Franz Merker, aus dem Forstdienst entlassen. Damit endete eine Förstergeneration, die wenigstens seit 1705 im Forstdienst der Tachauer Herrschaft gestanden und Jahrzehnte in Lohhäuser gelebt hatte.

Schwarzer Herrgott

Zu verwachsen und unzugänglich versperrt der Wald heute den Weg, den man vom Coloredoweg abwich, um zwischen Lohhäuser und Grafengrün abzukürzen und 100 Meter weiter am "Schwarzen Herrgott" vorbeikam. Zdenek Buchtele hat aus eigener Initiative und auf eigene Kosten einen neuen "Schwarzen Herrgott" geschaffen. Er steht jetzt am Coloredoweg, wo der Waldweg nach Grafengün abzweigte.

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