Grüß Gott in Mähring

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Markt Mähring
Großkonreuth 24|95695 Mähring

Nach der Partnerschaft mit Mähring

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Begegnen und Erinnern

Seit der Patenschaftsübernahme findet jährlich eine Woche vor dem Anna-Fest in Mähring das Lohhäuser-Treffen statt. Der „Ferienhof Kraus“ hat sich als Stammlokal ergeben.

Seit der politischen Wende in Tschechien konnte dem Denkmal des verschwundenen Dorfes wieder ein würdiger Rahmen gegeben werden.

Im ehemals oberen Ortsteil wurde 2005 ein Pavillon (Altan) errichtet, der Wanderern nicht nur zur Rast und zu einem Blick über die liebliche Landschaft einlädt. Ein Ortsplan und eine in deutsch, englisch und tschechisch gestaltete Zeittafel erinnern besonders deutsche und tschechische Besucher an eine gemeinsame Geschichte. Auch Einträge im Buch, das im Altan ausliegt, belegen es.

Vier Flur- und Wegekreuze konnten restauriert bzw. neu aufgestellt werden: das Lanzendörfer-Kreuz neben der Mühle, das Leichenbretter-Kreuz nahe dem Denkmal und ein neuer „schwarzer Herrgott“ am Coloredoweg nach Grafengrün (Haj). Urenkel Walter Merker ließ das Merker-Kreuz an der Reitschule auf eigne Kosten restaurieren.

Seit Sommer 2006 spendet der „Janovsky-Brunnen“ frisches Quellwasser. Er steht an der ehemaligen Bezirksstraße, gegenüber der Einmündung des Coloredoweges, der bis 1938 „Janovsky-Weg“ hieß.

Alles auf tschechischer Seite Erreichte, Denkmal und Kreuze, Altan und Brunnen, wurde von den beiden Bürgermeisterinnen aus Altwasser (Stara Voda) und Dreihacken (Tri Sekery), Frau Jaroslava Chabičovska und Frau Dagmar Strnadová unterstützt und konnte nur mit tatkräftiger Hilfe durch Zdenek Buchtele und Bedřich Podhajsky geschaffen werden.

Förster Bedřich Podhajsky hatte den Brunnen auf den Namen seines Vorgängers im damaligen Lohhäuser getauft: „Janovsky-Brunnen“.

Hugo Janovsky war nach der Gründung der Tschechoslowakei 1918 wenigstens fünfzehn Jahre als tschechischer Förster in Lohhäuser (1919/20 bis 1935) tätig. Er hatte sich bleibende Verdienste erworben. Aus seiner Lebensgeschichte kennen wir nur bruchstückhafte Daten: Er richtete 1921 seinem Dienstmädchen Christine Dierl die Hochzeit aus (Foto vom 6.9.1921), war Gründungsvorsitzender beim Errichten des Kriegerdenkmals (9.8.1925) und der Freiwilligen Feuerwehr 1928. Die Gemeinde ehrte ihn mit der sogenannten Heimatzuständigkeit, mit der sich das Recht auf Rückkehr und kommunale Versorgungsansprüche verbanden. Bei seinem Abschied 1935 wurde er Ehrenbürger von Lohhäuser. Auch die obere Forststraße nach Grafengrün, der Colloredoweg, trug offensichtlich bis 1938 seinen Namen: „Janovsky-Weg“. In zwei Briefen, vom 28. Dezember 1940 und vom 31. März 1944 aus Skočitz bei Voduan, bekundete er noch seine Verbundenheit mit den Dorfbewohnern

 (vgl. Lohhäuser – das verschwundene Dorf, Aufl. 2006, S. 48, 78/79, 92, 148, 154, 159).

Durstige Wanderer erfreuen sich jetzt am erfrischenden Brunnenwasser und künftige Besucher erinnert der Name Janovsky an einen tschechischen Förster, der sich in Lohhäuser beispielhaft für die Anliegen seiner deutschen Bewohner eingesetzt und das friedliche Miteinander gefördert hat. „Begegnung in Frieden“ überschrieb „Der Neue Tag“ am 26. Juli 2006 die Brunnen-Einweihung, zu der man von tschechischer Seite Tische und Bänke aufgestellt, gastfreundlich Getränke und Gegrilltes angeboten und gute Gelegenheit zu Gesprächen geschaffen hatte. „Wir reden immer nachbarlich“, sagte Dagmar Strnadova, die Bürgermeisterin aus Dreihacken, der Pilsener Zeitung. Diese berichtete am 24. Juli 2006 darüber, dass sich Tschechen und Deutsche dort trafen, wo einst das Dorf Lohhäuser stand.

Inzwischen lernten sich viele der letzten noch lebenden ehemaligen Bewohner mit ihren Kindern und Enkelkindern kennen und knüpften neue Kontakte mit Mähringer Bürgern und mit benachbarten Tschechen. Mit Unterstützung unserer Patengemeinde und der heute für Slatina (Lohhäuser) zuständigen Gemeinde Stará Voda (Altwasser) wird der Ort und die Geschichte seiner Menschen für die Zukunft zu erinnern.

„Lohhäuser lebt, auch ohne Häuser“, hatte „Der Neue Tag“ bereits am 3. August 2004 geschrieben. Gemeinsames Bemühen bleibt es, Begegnungen zu fördern.

Aufwendungen für die tschechische Seite unseres Projekts „Lohhäuser“ dürften im wesentlichen abgeschlossen sein.

Auf bayerischer Seite wartet noch ein Vorhaben darauf, verwirklicht zu werden: die „Lohhäuser-Stube“ in Mähring.

„Lohhäuser-Stube“ in Mähring

Drei Räume in der ersten Etage des alten Rathauses werden zum Jahresbeginn 2007 für den Heimatverein Mähring und für „Lohhäuser“ frei.

Viele Gegenstände, die an das verschwundene Dorf erinnern (Dokumente, Bilder, Karten, Geräte, Haushalts- und Holzbearbeitungsgeräte, Glasperlen u. Ä.), konnten inzwischen zusammengetragen und registriert werden. Wer die Stube mit weiteren Gegenständen unterstützen oder vielleicht etwas nach Mähring mitbringen kann, wende sich bitte an Josef Schneider, Tel. 09402/937777.

Mit dem Einrichten einer „Lohhäuser-Stube“ in Mähring, werden sich weitere Ausgaben verbinden. Diese sollen auch durch Eigenleistung, so niedrig wie möglich gehalten werden. Museumspädagogischen Rat bei der Einrichtung wird uns, soweit möglich, Herr Dr. Ralf Heimrath geben, der das Oberpfälzer Freilandmuseum in Neusath-Perschen leitet. Eine 2006 erstellte „Machbarkeitsstudie für ein Museum im Alten Rathaus im Markt Mähring“ sieht in der Lohhäuser-Stube vordringlich ein Dokumentationszentrum. Ohne mediale Präsentationstechnik werden wir kaum auskommen.

Helft bitte auch weiterhin mit, diesen Teil unseres Bemühens in Mähring zu verwirklichen.

Denkmal und Schautafel in „Lohhäuser“

Das Denkmal, der letzte Bezugspunkt und historische Rest von „Lohhäuser“, das heute Slatina heißt, kann jetzt renoviert und wie früher mit niedrigen Findlingen oder Steinen, die mit einer Kette verbunden sind, eingerahmt werden. Mein Bruder Josef, der bereits weiteres veranlasste, hatte von der Bürgermeisterin in Stará Voda (Altwasser) auch die Zusage erhalten, dass auf der ehemaligen Lohhäuser-Flur eine überdachte Schautafel mit einem Tisch und zwei Bänken aufgestellt wird. Ein Ortsplan und eine in drei Sprachen gehaltene Zeittafel sollen an die Geschichte des verschwundenen Dorfes erinnern (siehe beigefügten Entwurf). Herr Buchtele aus Velká Hledsebe (Großsichdichfür), der als Heimatpfleger arbeitet, trifft die erforderlichen Absprachen mit dem Forst und unterstützt unser Vorhaben. Er hat ein maßstabsgetreues Relief (1m x 1m) von Lohhäuser (mit seinen Straßen, Wegen und Häusern) angefertigt, das er uns gegen Erstattung seiner Unkosten für die „Lohhäuser-Stube“ überließ.  

Lohhäuser-Konto

Auf dem seit Februar 2003 bei der Sparkasse in Mähring eingerichteten Spendenkonto „Lohhäuser“ (Kto.-Nr. 8 104 564, BLZ 78 151 080) liegen inzwischen 3708,41 € (Stand: 01.04.05). Mit dem gespendetem Geld konnten bisher Bilder und Karten gerahmt sowie Regale und Vitrinen für die „Lohhäuser-Stube“ beschafft sowie das Lohhäuser-Relief finanziert werden. Wir können uns damit am Errichten der Schautafel beteiligen und das Denkmal renovieren lassen. Für das Einrichten der „Lohhäuser-Stube“ und ihren Unterhalt werden wir weitere Gelder benötigen.

Im Namen aller „Lohhäuser-Fans“ danke ich allen Spendern sehr herzlich!

Bitte unterstützt das gemeinsame Anliegen weiter!

Literatur über Lohhäuser

Zdeněk Buchtele/ Richard Švandrlik, „Lohhäuser, Slatina, přiběh zaniklé vesnice“, Plzeň, 2006. Das in tschechischer Sprache erschienene Buch umfasst 144 Seiten und etwa 130 Abbildungen. Verkauf: Mesteské Museum, Mariánske Lázně, Goethovo nám 11 (Stadtmuseum Marienbad, Goetheplatz 11), Tel. 003 68 997.

Ernst Hartl, Lohhäuser, in: Heimatbuch Marienbad Stadt und Land, hrsg. v. Heimatverband der Marienbader Stadt und Land e.V., 1977, Bd. II, S.543-549.

Karl Schneider, „Lohhäuser – das verschwundene Dorf“, Selbstverlag, 3. Aufl., Bremen 2006. Das Buch enthält auf 284 Seiten etwa 470 Abbildungen. Preis: 24,80 €. Tel.: 04242/50574, E-Mail: schneider.kg@web.de.

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