Markt Mähring  | Dienstag, 16. Januar 2018
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Zeitskizze Lohhäuser

Lohhäuser hatte rund 150 Einwohner, besaß eine eigene Schule (Nr.4), zwei Gasthäuser (Nr.2 u. Nr.10), zwei Mühlen (Nr.5 u. Nr.17), ein Forsthaus (Nr.16) und zwei Hegerhäuser (Nr.20 u. in Grafengrün Nr.19), zwei Kaufläden (Nr.21 u. Nr.23), ein Tabakgeschäft (Nr.25) und ein Holzfuhrunternehmen (Nr.6/Nr.26) , früher auch eine Glashütte (Nr.18). Die meisten Menschen lebten vom Wald. Ihre Häuser waren ohne Wasserleitung und Strom.  

1667

 

begann die Besiedlung mit einem Jägerhaus (Nr.1) im „Finkenschlag“ unter der böhmischen Herrschaft Johann Anton Graf Losy von Losimthal. Neudorf bei Kuttenplan war die Kirchengemeinde.

1781

 

standen in „Lochhäusel“ sechs Häuser mit Zinsgründen, als Johann Niklas Reichsgraf von Windisch-Grätz die Herrschaft übernahm.

1782

 

produzierte eine Glashütte bis etwa 1816 schwarze, weiße und bunte Hemdenknöpfe, die bis nach Amerika exportiert wurden.

1787

 

gehörte das Dorf zur neu errichteten Kirchengemeinde Dreihacken.

1797

 

war aus „Finkenschlag“ (Lochhäusel, Lochhäuser, Lohhäusel) der Ortsname „Lohhäuser“ entstanden.

1835

 

erhielt Lohhäuser das Recht auf eine eigene Schule. Bis zum Errichten eines eigenen Schulgebäudes wurde in angemieteten Stuben unterrichtet (Wanderschule).

1848

 

zählte Lohhäuser 18 Häuser und 167 Einwohner.

1867

 

gehörte Böhmen zur Doppelmonarchie Österreich-Ungarn.

1868

 

hatte Fürst Windisch-Grätz die Glashütte wieder aktiviert. An 12 Schmelzhäfen beschäftigte er aus den umliegenden Orten über 100 Arbeiter, die rund um die Uhr Glasknöpfe produzierten. Als der Hüttenmeister Josef Schönberger 1872 ermordet wurde, ging der Betrieb ein.

1883

 

zählte Lohhäuser 19 Häuser und 161 Einwohner.

1888

 

wurde Lohhäuser, das bisher zur Gemeinde „Tachauer Dreihacken“ gehörte, als Gemeinde selbstständig.

1893

 

konnte in Lohhäuser ein eigenes Schulhaus errichtet werden.

1918

 

bekamen die Bewohner Böhmens die tschechische Staatsbürgerschaft. Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges und der Donau-Monarchie war die Tschechoslowakische Republik (ČSR) entstanden.

1920

 

eröffnete Adolf Lampalzer (Haus Nr.10) die zweite Gaststätte mit einer Kegelbahn und einer Bühne, die für viele Theatervorführungen genutzt wurde.

1921

 

fanden die ersten freien Wahlen für Gemeinde- und Bezirksvertreter statt und wurde die Bezirksstraße durch den Ort bis zur Grenze nach Mähring fertiggestellt.

1925

 

errichteten die Bewohner für die Toten des Dorfes im Ersten Weltkrieg ein Denkmal.

1928

 

wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet.

1935

 

erhielt der tschechische Förster Hugo Janovsky die Ehrenbürgerschaft.

1938

 

wechselte mit dem Anschluss des Sudetenlandes an das Deutsche Reich die Staatsbürgerschaft.

1945

 

erfolgte nach Kriegsende die Besetzung des Dorfes durch amerikanische Truppen, dann durch tschechische Miliz.

1946

 

wurden die Bewohner des Dorfes als Deutsche enteignet und vertrieben. Die 29 leerstehenden Häuser wurden ausgeplündert und nach 1947 zerstört.

1993

 

konnte das zerstörte Denkmal wieder aufgerichtet und mit einer neuen Tafel versehen werden.

2003

 

übernahm die benachbarte bayerische Marktgemeinde Mähring eine Patenschaft über das verschwundene Dorf.

2005

 

erhielt das Denkmal wieder einen würdigen Rahmen und wurde im oberen Ortsteil ein kleiner Pavillon (Altan) mit einer dreisprachigen Erinnerungstafel errichtet.

2006

 

der „Janovsky-Brunnen“ erinnert an den tschechischen Förster. 

 

Lohhäuser-Buch

Die rege Nachfrage des relativ schnell vergriffenen Buches „Lohhäuser - das verschwundene Dorf“ soll bis zum Sommer zu einer überarbeiteten 2. Auflage führen. Der erweiterte Fassung wird 275 Seiten haben und etwa 450 Abbildungen enthalten.

Ob der bisherige Preis von 24,80 € für die erweiterte Ausgabe gehalten werden kann, steht noch nicht fest. Interessenten wenden sich bitte an: Karl Schneider, Leipziger Str. 37, 28857 Syke, Tel.: 04242/50574, Fax.: -/60601, E-Mail: schneider.kg@web.de.